Erstaunliche Einblicke in die Gesundheitswelt

17.12.2018 Kategorie: Aktuelles, Gesundheitscamps

18 Schülerinnen und Schüler aus Fritzlar nutzten das Hessische Gesundheitscamp von Provadis zur intensiven Berufsorientierung

Die Gesundheits- und Pflegebranche sucht händeringend nach Fachkräften. Um jungen Menschen frühzeitig einen Einblick in die vielfältigen und spannenden Berufe mit Zukunft zu geben, wurde im vergangenen Jahr das Hessische Gesundheitscamp ins Leben gerufen. Aufgrund des großen Zuspruchs und der Unterstützung seitens der Kooperationspartner konnte in diesem Jahr die Veranstaltung erstmals auch in Fritzlar angeboten werden.

Das Konzept für dieses Angebot zur vertieften Berufsorientierung und nachhaltigen Fachkräftesicherung hat der Bildungsexperte Provadis entwickelt. Kooperationspartner sind das Hessische Ministerium für Soziales und Integration, das Hessische Kultusministerium und die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit sowie Provadis. Die Gemeinschaftsinitiative wird jeweils zur Hälfte aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration und der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit gefördert.

Fünf Tage Gesundheitsberufe hautnah

Ein umfang- und abwechslungsreiches Programm erwartete die 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Hessischen Gesundheitscamps in Fritzlar. So konnten sie im Institut für Biologie der Universität Kassel in kleinen Gruppen den hygienischen Zustand ihrer Hände sowie von verschiedenen Oberflächen und Gegenständen überprüfen und ihre eigene DNA extrahieren, lernten die Arbeit von Fachkräften aus Hygiene- und Pflegeberufen kennen und besuchten verschiedene Abteilungen des Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar. Einen intensiven Eindruck davon, was Intensivpflege heute bedeutet, bekamen die Jugendlichen in der Werner Wicker Klinik in Bad Wildungen. Danach verarbeiteten sie ihre Erfahrungen und Eindrücke in Collagen, die sie bei der Abschlussveranstaltung Lehrern und Eltern präsentierten.

Hinter die Kulissen schauen

Die Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren von der Anne-Frank Schule Fritzlar, der Valentin-Traudt-Schule Großalmerode, der Erich-Kästner-Schule aus Homberg Efze und der Ense-Schule Bad Wildungen schauten an verschiedenen Lern- und Erlebnisorten hinter die Kulissen und bekamen einen intensiven Eindruck von der Arbeit im Gesundheits- und Pflegesektor. „Ich interessiere mich sehr für Alten- und Krankenpflege und das Thema Gesundheit, deshalb habe ich am Camp teilgenommen“, sagt Josephine Martin von der Anne-Frank-Schule in Fritzlar. Besonders spannend waren für sie die praktischen Erfahrungen im Krankenhaus. So konnten sie zum Beispiel ihren Blutzucker selbst messen und viele Abteilungen kennenlernen. Gerne würde sie ihre Eindrücke in einem weiteren Praktikum am Krankenhaus noch vertiefen. Auch für Farina Stücki von der Erich-Kästner-Schule in Homberg-Efze hat sich das Camp gelohnt. Die 17-Jährige war besonders beeindruckt vom netten Umgang des Klinikpersonals mit den Patienten und möchte später gerne selbst in der Krankenpflege arbeiten. Mette Winkler von der Ense-Schule Bad Wildungen war erstaunt, wie anstrengend es ist, mit dem Rollstuhl einen Berg hinauf zu fahren. Ein Beruf im Gesundheitsbereich kommt für sie später auch in Frage, „aber wahrscheinlich eher im Laborbereich, das interessiert mich mehr“, sagt sie. Das Camp hat sich für alle drei gelohnt. Josephine, Farina und Mette sowie die anderen Jugendlichen nehmen außer ihrer eigenen DNA in kleinen Fläschchen auch viele wertvolle Erfahrungen mit.

Camps auch an anderen Standorten

Die Hessischen Gesundheitscamps richten sich an interessierte Jugendliche, die eine Hauptschule, eine Realschule, ein Gymnasium oder eine Gesamtschule im Umkreis eines der Camp-Standorte besuchen. Das gesamte Projekt gilt als schulische Veranstaltung und ist für die Teilnehmenden kostenlos. Weitere Camps an anderen Standorten sind zurzeit in Vorbereitung.

Weitere Informationen finden Interessierte unter www.gesundheitscamps-hessen.de.