Fünf Tage Gesundheitsberufe live in Marburg

12.02.2019 Kategorie: Aktuelles, Gesundheitscamps Von: Georg Dinca

20 Schülerinnen und Schüler aus Marburg nutzten das Hessische Gesundheitscamp von Provadis zur intensiven Berufsorientierung

Fünf Tage mal in eine spannende und zukunftsorientierte Arbeitswelt hineinschnuppern, konnten 20 Schülerinnen und Schüler aus der Region Marburg beim Hessischen Gesundheitscamp. Bereits zum vierten Mal fand dieses Angebot zur vertieften Berufsorientierung und nachhaltigen Fachkräftesicherung in Marburg statt. Das Camp soll jungen Menschen frühzeitig einen Einblick in die vielfältigen Berufe in Medizin, Altenpflege und Labor geben und dadurch ihre Entscheidung für einen Berufsseinstieg in der Branche erleichtern. Das Konzept dafür hat der Bildungsexperte Provadis entwickelt. Kooperationspartner sind das Hessische Ministerium für Soziales und Integration, das Hessische Kultusministerium und die Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Hessen. Gefördert wird die Gemeinschaftsinitiative aus Mitteln des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration sowie der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit.

Intensive Eindrücke an verschiedenen Standorten

Ein umfang- und abwechslungsreiches Programm erwartete die Teilnehmer des  Camps in Marburg. So konnten sie in den Labors im Chemikum Marburg in kleinen Gruppen den hygienischen Zustand ihrer Hände sowie verschiedener Oberflächen und Gegenstände überprüfen und ihre eigene DNA extrahieren, lernten die Arbeit von Fachkräften aus Hygiene- und Pflegeberufen kennen und besuchten verschiedene Abteilungen des Universitätsklinikums Marburg. Einen intensiven Eindruck davon, was Altenpflege heute bedeutet, bekamen die Teilnehmenden in der Bildungsstätte für Altenpflege der Arbeiterwohlfahrt /Altenpflegeschule Marburg. Abgerundet wurde das Programm durch einen Besuch bei der Agentur für Arbeit mit vielen Informationen und eigenen Recherchen rund um die Gesundheitsberufe. Danach verarbeiteten die Jugendlichen ihre Erfahrungen und Eindrücke in Collagen, die sie bei der Abschlussveranstaltung Lehrern und Eltern präsentierten.

Berufsorientierung durch eigenes Erleben

Die Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren von der MPS Dautphetal Marburg Biedenkopf, der Gesamtschule Ebsdorfer Grund Marburg Biedenkopf, der Richtsberg-Gesamtschule Marburg Biedenkopf, der Johann-Christian-Senckenberg-Schule Runkel, der MPS Wohratal, der Sophie-von-Brabant-Schule Marburg, der Europaschule Gladenbach und der Holderbergschule in Eibelshausen konnten an verschiedenen Lern- und Erlebnisorten hinter die Kulissen schauen und die Arbeit und Jobs im Gesundheits- und Pflegesektor miterleben. „Ich habe am Camp teilgenommen, weil ich Erfahrungen sammeln wollte und mehr über die einzelnen Berufe im Gesundheitsbereich herausfinden wollte“, sagt die Anna Lena Nispel. Die 15-Jährige interessiert sich sehr für den medizinischen Bereich und möchte später in diese Richtung gehen. Das Camp hat sie darin noch einmal bestätigt. „Sehr gut fand ich, dass wir verschiedene Dinge ausprobieren durften, uns viel erklärt und auf unsere einzelnen Fragen eingegangen wurde.“ Spannend war für Anna Lena, Li Ostara Schneider, Shania Becker und Nele Kettner zum Beispiel das Extrahieren der eigenen DNA am Labortag. „Und dass in einem Krankenhaus so viele Berufe nötig sind, damit alles läuft, hat mich sehr überrascht“, sagt Nele Kettner. Auch über den Umgang mit älteren Menschen haben sie viel gelernt. Wie sich ältere Menschen fühlen, haben sie beispielsweise durch das Tragen eines Alterssimulationsanzuges am eigenen Leibe erfahren. „Mir hat das Camp sehr viel Spaß gemacht, weil man nicht nur viel erfahren, sondern auch viel selbst ausprobieren konnte“, findet Li Ostara Becker.

           

Anna Lena Nispel, Li Ostara Schneider, Shania Becker und Nele Kettner hatten viel Spaß beim Ausprobieren der Gehhilfen für ältere Menschen.

 

Bassem Al-Barudi (links) und Taha Baroudi fertigen "Abklatschplatten" (Nährböden) an, auf denen Mikroorganismen wachsen. Damit können Verunreinigungen bestimmt werden.

Fotos: Provadis

Zum Abschluss erhielten alle Teilnehmerinnen und Teilhemer ein Zertifikat.

Camps auch an anderen Standorten

Die Hessischen Gesundheitscamps richten sich an interessierte Jugendliche, die eine Hauptschule, eine Realschule, ein Gymnasium oder eine Gesamtschule im Umkreis eines der Camp-Standorte besuchen. Das gesamte Projekt gilt als schulische Veranstaltung und ist für die Teilnehmenden kostenlos. Weitere Camps an anderen Standorten sind zurzeit in Vorbereitung.

Weitere Informationen finden Interessierte unter www.gesundheitscamps-hessen.de.

Provadis Partner für Bildung und Beratung GmbH ist ein Unternehmen der Infraserv-Höchst-Gruppe. Mit rund 1.400 Auszubildenden und über 4.500 Weiterbildungsteilnehmern an den Standorten Frankfurt und Marburg gehört Provadis zu den führenden Anbietern von Bildungsdienstleistungen in Hessen. Rund 400 internationale Kunden nutzen in Partnerschaften und Kooperationen das Know-how von Provadis auf den Gebieten der Aus- und Weiterbildung, der Personal- und Organisationsentwicklung und bei der Entwicklung von E-Learning-Konzepten.

An der Provadis Hochschule studieren rund 1.200 Studenten in dualen und berufsbegleitenden Studiengängen mit international anerkannten Bachelor- und Masterabschlüssen. Die Hochschule bündelt ihre interdisziplinären Aktivitäten im Bereich Forschung und Projekte im Zentrum für Industrie und Nachhaltigkeit.